Dass die FOS-BOS-Passau in der Heiliggeistgasse eines der schönsten Schulgebäude der Stadt ihr eigen nennen darf, ist ja hinreichend bekannt. Das Passauer Unternehmen msg mit Münchener Wurzeln fällt da im Vergleich ein bisschen aus dem barocken Rahmen.

In den ehemaligen Räumen der PNP in der Dr. Hans-Kapfinger-Straße geht es nämlich eher internetaffin-pragmatisch zu. Wegen dem architektonischen Kulturschock macht man sich jedoch natürlich nicht mit einer Schulklasse zu einem Softwareentwickler auf, sondern wegen dem Inhalt. Aber alles der Reihe nach!
Auf der Suche nach geeigneten Exkursionszielen, die mit Technik im weitesten Sinne sowie mit dem praktischen Dauerthema „Bewerbung“ zu tun haben, sind die Klasse T11a der Staatlichen FOS-Passau und ihr Klassleiter OStR Gerhard Kölbel schnell auf die msg aufmerksam geworden. Ein innovatives Unternehmen mit weltweiter Tätigkeit im Bereich IT und Softwareentwicklung, das aber trotzdem schon seit zwei Jahrzehnten hier in Passau Tradition hat, erscheint den Schülern des Technik-Zweiges immer als gute Wahl. Wenn man dann hört, dass der Standort Passau mal mit einer Hand voll Mitarbeitern angefangen hat und bis heute jährlich um bis zu Zwanzig neue Software-Entwickler bzw. -Betreuer aufstockt, dann betrifft das freilich den einen oder anderen persönlich im Sinne einer Ausbildungsstelle bzw. Stufe in der Karriereleiter.
Mit diesen Gedanken im Gepäck besuchte unsere Schülergruppe am 28. Januar 2019 den besagten „High-Tech-Tempel“ - und war nicht schlecht erstaunt. Für viele war es der erste Besuch bei einem derart großen Unternehmen. Die Einweisung in die Materie erfolgte in einem lichtdurchfluteten Konferenzraum über den Dächern des Passauer Zentrums durch den Standort- und Personal-Chef von msg Passau Dr. Armin Bender. Schon seine grundlegenden Infos waren imposant: Mit weit über 500 Mitarbeitern ist msg der zweitgrößte gewerbliche Arbeitgeber in Passau. Das Unternehmen bietet etwa zur Häfte studierten Kräften eine Arbeit, allerdings eben zur anderen Hälfte auch Menschen, die über die Lehre als Fachinformatiker bzw. Fachinformatikerin kommen, oft von Anfang an betreut durch einen überdurchschnittlich engagierten Arbeitgeber, dessen Lehrlinge durch die Bank gute und sehr gute Abschlussnoten aufweisen. Drei Kollegen dieses Typs durften wir aus nächster Nähe begutachten und mit unseren Fragen durchlöchern: Der ehemalige Florist hat relativ spät umgesattelt und ist heute „product owner“, jedenfalls nicht das kleinste Licht in seiner Abteilung. Die ehemalige Schülerin der FOS-BOS-Passau, interessanterweise aus unserem Sozialzweig, hatte anfänglich an der Uni Wirtschaftsinformatik studiert, dann abgebrochen, und ist dann zu msg gekommen. Und schließlich der Klassiker: Informatikstudent, 9. Semester, nicht fertig studiert, sucht Sinnerfüllung in praktischer Tätigkeit. Alles also Beispiele für einen Neuanfang als Lehrling in der msg-Familie. Egal, wie man zu msg gekommen ist, die Felder sind für alle die gleichen: Mit z. B. Travel & Logistics, Automotive, Food oder Banking durchaus Bereiche, die mitten im Leben stehen.
Zugegeben, nicht alle Schüler haben sich sofort für eine Lehre bei msg eingeschrieben, wahrscheinlich zur Erleichterung der Schulleitung. Allerdings haben, dass zeigte sich an den Fragen und Rückfragen der jungen Menschen, durch die Bank sicherlich alle Schüler ihren persönlichen Nutzen aus dem Vormittag gezogen, auf jeden Fall in puncto Bewerbungsstrategie. Man kann hier nur unzureichend zusammenfassen, was Dr. Bender, selbst ja derjenige, der sich bei msg seit Jahrzehnten für die Bewerbungen und Einstellungen verantwortlich zeigt, den Jungen und Mädchen mit auf den Weg geben konnte. Es hat sicherlich damit zu tun, eigene Stärken gekonnt zu präsentieren, aber vor allem erst einmal bei sich zu entdecken und zu wecken. Und damit, dass man seine Schwächen und Problemfelder nicht unnötig fantasievoll verschweigt, sondern einfach durch Bereiche aufwiegt, wo die eigene Begeisterung und ein Wille zur Selbstverwirklichung mit Händen greifbar wird.
In diesem Sinne motiviert gingen die FOSler gerne über den Umweg der Kantine nach Hause, nicht ohne an die vielen inspirierenden Eindrucke eines Vormittags bei msg weiter zu diskutieren.

OStR Gerhard Kölbel

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