Vortrag und Podiumsdiskussion an der FOS/BOS

04.04.2019 | Stand 03.04.2019, 21:43 Uhr Passau

Huppertz

Zwei Experten des Brexit zu Gast: Daniel Sinani (v.l.), Michael Dominik, Dr. Cornelius Huppertz, Dr. Graham Neil Jackson und Josef Pfau.

 

"Ich bin nicht nur Beamter, sondern auch Bürger". Mit dieser Mischung schaffte es Dr. Cornelius Huppertz, Schülern der FOS/BOS Passau den Brexit anschaulich darzustellen. Der Großbritannien-Experte des Auswärtigen Amts, ehemaliger Generalkonsul und Delegierter in der ständigen deutsche Vertretung in Brüssel, verglich den Brexit mit einer Scheidung und konnte so ein breites Verständnis bei den Schülern für die Situation des Brexits erreichen.

Als Grundlage dafür war es ihm wichtig, die EU als Institution und in ihrer internationalen Rolle zu beschreiben und mit den Schülern über die Zukunft der EU zu diskutieren. Für ihn ist die EU eine "Union der Bürger" und die Rechte für deren Bürger ein großer Vorteil, so wie das Recht der Freizügigkeit innerhalb Europas. Die Mitgestaltungsmöglichkeiten für Bürger an der EU sieht er durch die Wahl als sehr groß. Den Brexit nennt er eine "unbewusste Entscheidung der Briten", welche auch durch Falschmeldungen der Presse entstanden sei. Die Briten hätten durch ihre ehemalige Weltmachtstellung eine verschobene Wahrnehmung des eigenen Staates; Politiker Großbritanniens, welche in der EU viel und aktiv mitgestaltet haben, hätten zurück in ihrem Land die Schuld für jegliche Probleme auf die EU abgewälzt.

Bei der Podiumsdiskussion zum Brexit mit Dr. Huppertz war der britische Professor Dr. Graham Neil Jackson zu Gast. Er sah ähnliche Gründe wie Dr. Huppertz als Schuldige für das Referendum 2016 . Viele Probleme, die nichts mit der EU zu tun hatten, wurden auf die EU geschoben, die Entscheidung der Briten während des Referendums sei "aus dem Bauch heraus" geschehen. Die Frage, weshalb Mays Deal immer wieder abgelehnt wurde, beantworten beide einheitlich. Das liege daran, dass die Allianz gegen den Deal breit sei, auch wenn die Allianz selbst völlig gespalten in zwei Lager ist.

Beide Referenten betonten, Großbritanniens Wunsch nach "take back control" werde unter Umständen bei einem Verbleib im Binnenmarkt oder in der Zollunion, aber dem Austritt aus der EU, in das Gegenteil von Kontrolle umschlagen. Sie würden zu "Ruletakern" werden, von der EU bestimmt werden ohne Mitspracherecht zu haben, ähnlich wie die Schweiz oder Norwegen.

Initiator der Veranstaltung war der Schüler Daniel Sinani, der den Kontakt zu Dr. Huppertz herstellte, bei der Organisation unterstützte ihn Lehrer Michael Dominik. − kam

(Mit freundlicher Genehmigung der PNP)

   
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