Unternehmenskultur in der Praxis

Im Rahmen des Seminars „Unternehmenskultur“ wurde uns Seminaristen durch Herrn Krinninger die Möglichkeit geboten, die Unternehmenskultur im IT Zentrum der BMW Group hautnah zu erleben.

Wir machten uns also auf nach München. Zur Einstimmung erwartete uns eine Privatführung im Museum der BMW Group. Hier konnten wir in die Entstehungsgeschichte der Bayerischen Motorenwerke eintauchen – von den ersten Flugzeugmotoren bis hin zum Elektroauto.

Im Anschluss ging es direkt weiter zum eigentlichen Ziel, dem IT Zentrum. Nach anfänglichen Hürden der Sicherheitskontrolle, ausgestattet mit Besucherausweisen, wurden wir herzlich von Ralf Waltram, Vice President IT Systems Research & Development und langjähriger Freund von Herrn Krinninger, begrüßt. Und ja, hier wird sich tatsächlich bis hoch in die Chefetage ausnahmslos geduzt. Da uns der Hunger plagte, wurden wir schnurstracks in die hauseigene Kantine geführt und durften uns dort auf Kosten des Hauses verköstigen lassen. Mit gestärktem Magen trafen wir uns mit Ralf und seiner Assistentin Annika in einem Seminarraum. Erwartet hatten wir dabei eher ein Klassenzimmer, einen Raum mit Pult, Beamer, Tafel und klassischen Tischreihen. Bekommen hatten wir ein offen gestaltetes Zimmer mit einzelnen Sitzgruppen, hier und da ein paar Hockern, Flat Screen und Glasfront, zugeklebt mit vielen bunten Post-its. Einen Raum in dem in lockerer Atmosphäre kreativ gearbeitet werden kann. Spätestens nach einem kurzen Vortrag war uns dann klar: Hier wird wirklich Innovation gelebt. Und zwar von der Kultur bis zur fertigen Fahrzeugsoftware.

Jetzt wurde es aber wirklich spannend, man gab uns einen Arbeitsauftrag – die Marshmallow Challenge. In 2 Gruppen sollten wir in 20 Minuten versuchen einen möglichst hohen Turm aus 20 Spaghetti, 1 Meter Klebeband und dem Marshmallow obenauf bauen. Dabei entstanden völlig verschiedene Ansätze, eine Gruppe baute nach dem Motto „Quadratisch Praktisch Gut“ einen Quaderkomplex, der aber leider einstürzte. Die andere Gruppe versuchte sich am Modell „Eiffelturm“ und war erfolgreich. Darum ging es aber gar nicht. Wir sollten eigens erleben, wie innovative Teamarbeit funktioniert. Dass es in Ordnung ist, Pläne noch mal umzuschmeißen, genauso wie erst mal zu scheitern. Frisch motiviert erkundeten wir nun das IT Zentrum. Es wurde gerade erst neu renoviert, klassische Büros existieren seitdem nicht mehr – nur noch sogenannte Module in denen einzelne Teams zusammenarbeiten. Geplant konnten diese durch die Mitarbeiter selbst werden, mittels Virtual Reality. So konnte jedes Team seinen Arbeitsplatz nach den eigenen Anforderungen gestalten. Natürlich werden hier und da auch klassische PC-Arbeitsplätze gebraucht, aber vielmehr fanden wir Räume mit gemütlichen Sitzecken, Vortragsbereichen mit gepolsterten Sitztreppen und ab und zu sogar mal eine Wii Konsole vor. Zwischen den Modulen gab es allerlei „Entspannungsflächen“, von offenen Kaffeeküchen bis hin zu kleineren Bibliotheken, um sich auch mal zurückziehen zu können.

Alles in allem waren wir wirklich begeistert. Hier herrscht ein Klima, in dem sich doch nun wirklich arbeiten lässt. Vom Informatiker im dunklen Kammerl keine Spur – so gelang es Ralf doch tatsächlich an einem Nachmittag einen gesamten Berufsstand aufzuwerten! Erschöpft von den vielen unerwarteten Eindrücken ging es zurück nach Passau. Das hat sich gelohnt. Darüber waren und sind wir uns alle einig.

BMW 01 BMW 02

Veronika Steinleitner, BWS13

   
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.