Europas Zusammenhalt in Krisensituationen – Solidarität zwischen EU- Staaten und das Verhältnis zu den USA – Aktuellste Themen im Focus unserer Schüler:

Das Seminar „Sicherheitspolitik“ unserer FOS-BOS-Passau trifft bei einer besonderen „Hauptstadtvisite“ den Europastaatsminister Michael Roth im Auswärtigen Amt und besucht Experten im Bundesverteidigungsministerium in Berlin
Auch die Presse berichtet über diese außergewöhnlichen Lernorte unter der Überschrift „Zu Gast beim Europastaatsminister“
(Vgl. PNP vom 12.2.2020)

Im Rahmen der Studienfahrt des Seminars „Sicherheitspolitik“ bei OStR Michael Dominik, besuchten neun Schülerinnen und Schüler der 13. Jahrgangsstufe auch das Auswärtige Amt in Berlin. Die Zentrale der deutschen Diplomatie glänzte nicht nur mit einer ausführlichen Ausstellung zu Geschichte und Gegenwart des Sprachendienstes des Auswärtigen Amtes, sondern überzeugte auch mit Spitzengastgebern für die angehenden SicherheitsexpertInnen unserer Oberschule, die sich im Seminarbetrieb mit der Bearbeitung von Fachliteratur und Online-Recherchen eingehend auf diese Seminarstudienfahrt vorbereitet hatten.

Dank dem Schüler Daniel Sinani, der den unmittelbaren Kontakt zu Michael Roth herstellte und so das Treffen möglich machte, empfing dieser die Gruppe aus Passau in seiner Funktion als Staatsminister für Europa und Stellvertreter des Bundesministers des Auswärtigen. Nach einer kurzen Vorstellung hatten die SchülerInnen die Möglichkeit, Fragen an Michael Roth zu stellen. Besonders drangen hierbei die Fragen zum bevorstehenden Brexit in den Vordergrund, die vom Staatsminister sehr ausführlich und direkt beantwortet wurden. Zweifel der Fragenden, ob denn nun auch andere Staaten Großbritannien folgen könnten, beantwortete Roth eher entspannt und gab hier Nicht-EU-Staaten wie die Schweiz als Beispiel an, die zwar Teil des Binnenmarkts sind, sich aber den EU-Regelungen beugen müssen und den Nachteil haben, dass sie nicht stimmberechtigt sind. Die EU biete eine Vielzahl an Vorteilen und gerade der ewige Prozess des Brexits habe hier eine abschreckende Wirkung auf Andere. Aber gemäß dem Seminar „Sicherheitspolitik“ spielten ebenfalls Themen wie eine Europaarmee eine große Rolle. Hierbei verwies Michael Roth auf bereits bestehende Militärbündnisse und anlaufende gemeinsame Operationen zwischen EU-Ländern. Während des gesamten Gesprächs wurde der Europagedanke bzw. die Wichtigkeit einer starken EU mit gelebter Solidarität für alle nochmal deutlich. Durch die offene, informative und freundliche Art von Staatsminister Roth, abstrakte und komplexe Themen zu erläutern, durften die SchülerInnen kompetente und hochinformative Brüsseler Luft schnuppern und in die weite Welt der deutschen Diplomatie blicken. Als Dank für diesen Aufwand überreichte Seminarleiter Oberstudienrat Michael Dominik, im Namen der FOS/BOS Passau und der Schulleiterin Frau Siegert ein kleines aber feines Präsent mit süßen Spezialitäten aus der Region Passau an Europastaatsminister Roth.

Im Anschluss an dieses Gespräch erwartete die SeminaristInnen ein weiterer Spitzendiplomat und somit absoluter Experte, um dem außen- und sicherheitspolitischen Recherchedrang unseres Seminars hier weiterhin auf höchstem Niveau zu entsprechen. So schloss der Referatsleiter für Bilaterale und EU-Beziehungen zu Irak, Libanon, Syrien sowie für die Anti-ISIS-Strategie, Herr Rohde, an das vorherige Treffen mit Michael Roth thematisch-analytisch auf dieser Top-Expertenebene an. Dieser war selbst Botschafter in einer Krisenregion und begeisterte die SchülerInnen mit seiner tiefgehenden und ausgereiften Expertise in einem fast einstündigen Fach-Vortrag, in dessen Verlauf aber auch sämtliche Fragen gestellt werden konnten und eine eingehende Beantwortung aus diesem berufenen Munde erhielten. So wurde nicht nur überdie politische und wirtschaftliche Lage im gesamten Nahen und Mittleren Osten gesprochen, sondern ebenfalls der Zusammenhang mit unterschiedlichen terroristischen Vereinigungen in der Region diskutiert, auch hinsichtlich der Verminderung von Fluchtursachen und der konkreten Rolle der Bundesrepublik dabei. Hier beteiligten sich die SeminaristInnen auch mit Fragen zum Umgang mit dem Nato-Partner Türkei, der Rolle Russlands oder dem aktuellen Gefahrenpotential des IS und anderer terroristischer Strukturen. Der Spitzendiplomat verstand es mit dem nötigen Feingefühl über die Lage in der Region aufzuklären und bereicherte den Wissenstand der Teilnehmenden aktiv, auch durch die Schilderung vielfältiger persönlicher Erfahrungen. Durch diesen nicht alltäglichen Besuch im Auswärtigen Am bekam unser Seminar „Sicherheitspolitik“ einen guten und mit vielen politischen und historischen Bereichen verknüpften Einblick in die professionelle und vielschichtige Arbeitswelt der Diplomatinnen und Diplomaten, die sich tagtäglich den komplexen Herausforderungen der Welt stellen müssen.

Neben dem außenpolitischen Highlight folgte am nächsten Tag ein Besuch im Bundesministerium der Verteidigung als weiterer inhaltlicher Höhepunkt dieser Seminarexkursion. Hier wurde das Seminar „Sicherheitspolitik“ im Gruppenrahmen von Fregattenkapitän Münstermann empfangen. Als ehemaliger Kommandant eines Einsatzschiffs der Bundesmarine, gewährte dieser den SeminaristInnen genauere Einblicke in die aktuellen Einsatzorte und Herausforderungen der Bundeswehr, aber auch in die Struktur des Bundesverteidigungsministeriums. Dies war jedoch keine einseitige Selbstdarstellung der Bundeswehr. Der hochkompetente Offizier unserer Parlamentsarmee stellte sich auch offen den kritischen Fragen der Schülerinnen sowie Schüler und klärte dabei zum Beispiel über den Etat des Ministeriums, moralische Grundsatzfragen oder auch Umweltschutzaspekte bei der Bundeswehr eingehend und transparent auf. Im Anschluss an den hochinformativen Vortrag im BMVg führte der Fregattenkapitän die Gruppe zum Ehrenmal der Bundeswehr am Ministeriumsgelände und erklärte hier die inhaltliche und architektonische Ausrichtung bzw. die Bedeutung dieser eindrucksvollen Gedenkstätte für die Soldatinnen und Soldaten, die im Einsatz ihr Leben verloren haben. Ausgehend auch von diesem fachlich und kommunikativ sehr nachhaltig gestalteten Vormittag, bedankt sich die FOS-BOS-Passau bei allen Personen, die diese eindrucksvollen Besuche möglich gemacht bzw. umgesetzt haben. Der Mehrwert für die SchülerInnen ist von hoher Bedeutung, auch jenseits der intensiven schulischen Nachbereitungen im Seminar Sicherheitspolitik und im Wahlpflichtfach Internationale Politik.

Daniel Sinani, BWS 13, Seminarist im Seminar Sicherheitspolitik und OStR Michael Dominik,
Seminarleiter Sicherheitspolitik und Lehrer im Wahlpflichtfach Internationale Politik

   

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