Wie geht es einem Menschen der an Demenz erkrankt ist? Was erlebt er? Wie fühlt er sich dabei?

Mit diesen Fragen beschäftigen sich junge Leute eher selten, denn diese Probleme sind von den meisten weit entfernt. Anders ist das bei den Schülerinnen und Schülern der Ausbildungsrichtung Gesundheit, die im Rahmen der fachpraktischen Ausbildung häufig alte und demenzkranke Patienten in Pflegeheimen, Krankenhäusern oder Rehaeinrichtungen betreuen. Als Vorbereitung auf diese Aufgabe absolvierten die Schüler den Demenzparcours an der Berufsakademie für Pflege- und Altenpflegehilfe in Passau. An sechs Stationen erlebten die Schüler, wie es sich anfühlt, wenn man dem eigenen Gehirn nicht mehr trauen kann und in alltäglichen Situationen immer wieder an seine Grenzen stößt. An einer Station konnten die Schülerinnen und Schüler in sogenannte „Tremor-Handschuhe“ schlüpfen, die ein starkes Zittern simulieren. „Ich konnte die Kaffeetasse kaum halten und habe viel verschüttet, als ich die Tasse zum Mund führen wollte“, meinte eine sichtlich schockierte Schülerin. Die Station „Koffer packen“ vermittelte ihnen, wie es ist, wenn die Sprache sich verändert und Worte verloren gehen. Sie erlebten, wie schwer es ist, sich bei sehr komplexen Aufgaben zu konzentrieren und Neues zu lernen. Mittels einer Simulationsbrille für Seherkrankungen wurden an einer weiteren Station, Alltagshandlungen, wie Schuhe binden oder Flüssigkeiten umfüllen, zu schwer zu bewältigenden und frustrierenden Herausforderungen. Alle Schülerinnen und Schüler waren sich nach dem Parcours einig, dass es eine großartige Erfahrung war, einmal in die Welt eines Demenzkranken einzutauchen, denn nur so kann man ein Gespür für die Bedürfnisse von demenzkranken Patienten entwickeln.

Veronika Lentner

 

 

 

   

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