Kleine Gesten, große Wirkung

Das Projekt Sozialwesen braucht Helden in der Fachpraktischen Ausbildung

24.07.26

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Zum Abschluss der Fachpraktischen Ausbildung der Klasse S11d stand im sozialen Zweig ein ganz besonderes Projekt im Mittelpunkt: Sozialwesen braucht Helden – Mein Heldenmoment im Praktikum. Die 19 Schülerinnen und Schüler waren dazu aufgerufen, eine prägende Situation aus ihrem Praktikumsalltag kreativ aufzuarbeiten. Dabei ging es ausdrücklich nicht um spektakuläre Taten oder inszenierte Dramatik. Vielmehr stand die persönliche Bedeutung im Vordergrund – jene leisen, oft unscheinbaren Momente, in denen ein Lächeln, ein offenes Ohr oder eine kleine Geste einen spürbaren Unterschied im Leben eines anderen Menschen gemacht haben. Die Inspiration für dieses gelungene Projekt kam von meiner Kollegin Veronika Lentner, die dieses Konzept für die Anleitung im Gesundheitszweig entwickelt hat.
Die Projektarbeit verlief strukturiert in mehreren Phasen. Nach der Auswahl des persönlichen Schlüsselmoments erstellten die Jugendlichen bis Anfang Juni ein schriftliches Exposé als Grobplanung. Darin setzten sie sich bereits intensiv mit den Kernfragen auseinander: Was genau ist passiert? Welche Emotionen waren im Spiel? Was soll die Darstellung ausdrücken? Im Anschluss ging es an die kreative Umsetzung, bei der den Schülern gestalterisch freie Hand gelassen wurde.
Die finalen Präsentationen zeigten eindrucksvoll, mit wie viel Herzblut und Engagement die Klasse gearbeitet hat. Die Bandbreite der Ergebnisse war vielfältig und äußerst beeindruckend. Neben ausdrucksstarken Zeichnungen und Bildern, detaillierten Comics, einer liebevoll gestalteten Modellage und Collage wurden auch moderne Formate wie ein selbstproduzierter Kurzfilm, ein Podcast und ein aufwendiges Stop-Motion Video präsentiert. Jeder Beitrag machte die erlebten Emotionen im sozialen Arbeitsfeld lebendig und greifbar.
Ein zentraler Bestandteil des Präsentationstages war der Austausch, bei dem sich die Schülerinnen und Schüler gegenseitig konstruktives Feedback gaben. Die Veranstaltung erwies sich als sehr wertvolles Instrument für die Reflexion des gesamten Praktikums. Der Blick auf die eigenen Heldenmomente machte den Jugendlichen nicht nur den hohen Stellenwert ihrer täglichen Arbeit im Sozialwesen bewusst, sondern ließ sie auch wichtige Erkenntnisse für ihre berufliche und persönliche Zukunft gewinnen. Die erbrachten Leistungen flossen mit jeweils eigenen Benotungen für das Exposé und die Präsentation in die Gesamtbewertung ein. Dieses Projekt hat einmal mehr gezeigt, dass die Fachpraktische Ausbildung weit mehr als nur ein Pflichtteil der Schulausbildung ist – sie formt die Persönlichkeit junger Menschen.

Sandra Stadler, OStRin